Zunächst:

Ein etwas verspätetes Dankeschön, dass ihr an unserem sechsten Geburtstag im Jazzit so zahlreich erschienen seid und mitgefeiert habt!
Auch ein Danke an die Bands, das Jazzit, sowie allen Menschen die an der guten Stimmung beigetragen haben.
Es war uns ein Fest!
Dennoch gab es ein paar Ungereimtheiten vor der Tür und wir sehen uns gezwungen, eine kurze Stellungnahme zu den Ereignissen zu geben.

Vorweg:

Wir finden es bedauerlich, wie die ganze Situation entstanden ist. Und, dass nun Vorwürfe gegen das SUB und ein Mitglied des Kollektivs im Raum stehen, bei denen sich Menschen entscheiden müssen, auf welcher Seite sie stehen.

Über das SUB
Das SUB ist vor sechs Jahren von Personen gegründet worden, die sich nicht in vorhandenen Strukturen einordnen wollten. Das SUB hat es sich damals, wie heute, unter anderem zur Aufgabe gemacht, einen Freiraum zu bieten. Sowie einen Raum zu bieten, in dem Menschen frei von Konsumzwang, Sexismus, Rassismus und Homophobie aufeinander treffen und einen gemütlichen Abend in Gemeinschaft verbringen und sich informieren zu können.
Wir können aber nicht alles nachvollziehen, was Mensch in seiner/ihrer Freizeit macht und können uns daher nur Problemen annehmen, die wir sehen oder die direkt an uns herangetragen werden.
Durch unsere offene Grundstruktur können wir also nie vollkommen ausschließen, dass Vorfälle passieren und tun unser Bestes diesen entgegenzuwirken, sie zu vermeiden bzw. wenn es möglich ist: Probleme und Vorfälle aufzuarbeiten und zu lösen.

Über Defma
Das SUB hat sich in den sechs Jahren immer wieder mit dem Defma-Konzept befasst und eine Zeit lang wurde es auch angewendet. Wir waren mit den darauf folgenden Entwicklungen nicht zufrieden und haben von einer dauerhaften Einführung abgesehen. Wir finden das Konzept nicht grundlegend schlecht und legen genauso viel Wert darauf Betroffene zu schützen. Durch unsere offene Grundstruktur bieten wir aber einen Raum für unterschiedlichste Menschen, die auch mal unterschiedlicher Meinung sein dürfen! Daher sehen wir die Definitionsmacht in einem heterogenen Raum nicht als optimale Lösung an um Vorfälle aufzuarbeiten. Es soll keine Stimmung herrschen, wo jede/r aufpassen muss was er/sie sagt und wie er/sie es sagt! Wir wollen und wünschen uns stattdessen von allen Gästen aktive Rücksichtnahme, das beinhaltet auch einzuschreiten und Leute anzusprechen, wenn jemandem Situationen komisch vorkommen!

Wie wir mit Übergriffen umgehen
Wenn ein Vorfall vorliegt, wird die beschuldigte Person aus dem Sub verwiesen. Wenn ein Verdachtsfall kommuniziert wird und die betroffene Person sich nicht sicher fühlt, wird der/die Beschuldigte aus dem Sub, für den entsprechenden Abend verwiesen (wenn das von der betroffenen Person auch gewünscht wird). Spätestens beim nächsten Plenum wird der Verdacht thematisiert. Dabei werden die nötigen Schritte für eine weiterführende Auseinandersetzung, sowie der weitere Umgang mit der beschuldigten Person beschlossen. Die Perspektive der Betroffenen sowie der Beschuldigten ist uns hierbei wichtig! Wir tun unser Möglichstes eine befriedigende Lösung für die Betroffenen zu finden.
Als Kollektiv finden wir, dass das die beste Lösung ist, um eine faire und vor allem individuelle Bearbeitung von Vorfällen und somit einen sicheren Raum für alle Personen zu ermöglichen.
Wir beschließen GEMEINSCHAFTLICH, wer hinaus geschmissen wird und wer nicht. Trotzdem haben wir in manchen Fällen versäumt, richtig zu reagieren und unser Verhalten dementsprechend zu reflektieren.

Abschlussbemerkung
Wir haben uns mit den Anschuldigungen befasst, und zwar unmittelbar nach dem Herantragen. Es wurde durchaus versucht mit den Kollektiven zu kommunizieren, was aber fehlgeschlagen ist. Ein Treffen mit den AnschuldigerInnen sollte stattfinden, der Terminvorschlag wurde jedoch nicht wahrgenommen und es wurde stattdessen mit einem Boykottaufruf reagiert. Wir verstehen dieses Vorgehen nicht, befassen uns aber weiterhin mit der Situation und den Anschuldigungen.
Wenn ihr nicht sicher seid was wahr oder falsch ist, was gut und böse ist, oder was Links oder nicht-Links ist, dann laden wir gerne dazu ein, euch Vorort ein Bild der Lage zu verschaffen.

In diesem Sinne,
Das SUB-Kollektiv