Der rechtsextreme Publizist Georg Immanuel Nagel, Chefideologe von Österreichs neuen Rechten, hat ein neues Projekt. Die „Aktionsgruppe gegen Dekadenz und Werteverfall“ (A-GDUW) wurde anlässlich der gleichnamigen Demo gegen den Song Contest gegründet. War noch zu Nagels Zeiten als Sprecher von PEGIDA Österreich antimuslimischer Rassismus das Hauptthema, geht es jetzt um Homo- und Transphobie, sowie Anti-Feminismus. Nachdem die erste Demo wegen des Sturmregens abgesagt werden musste, rief man Kurzerhand zum Stammtisch in einem Café auf. Aktivist_innen der Antisexistischen Aktion haben das freilich nicht einfach durchgehen lassen und eine erfolgreiche Störaktion durchgeführt.

Nagel hat angekündigt, die Demo an einem anderen Tag nachzuholen. Auch will man jetzt regelmäßig Stammtische veranstalten (Der nächste soll am 04.06.15 um 20 Uhr stattfinden). Bereits seit einigen Wochen verklebt die A-GDUW in ganz Wien transphobe Sticker mit dem Spruch „Gender-Faschismus stoppen!“. Darunter prangt ein Logo, welches ein rückständiges heteronormatives Familienbild vermitteln soll. Auch Transparent-Aktionen mit Sprüchen wie „Kein Gender-Torror!“ wurden bereits durchgeführt. Das ganze erinnert verdächtig an Aktionsformen der neofaschistischen Identitären Bewegung. Kein Wunder, hat Nagel doch immerhin beste Kontakte zu den Identitären, wie Fotos beweisen, welche ihn bei Wanderungen oder beim Schwenken einer Lambda-Fahne zeigen. Während die IB selbst mit einer aufwendigen Kampagne namens „der große Austausch“, gegen Flüchtlinge hetzt und diffuse Panik vor einer angeblichen Überfremdung verbreiten will, soll Nagel offenbar gegen die Akzeptanz von sexueller Vielfalt und schulischer Aufklärung über Gender und alternative Lebensformen kämpfen. Dass mittlerweile die binäre Geschlechterkonstruktion längst wissenschaftlich widerlegt ist, interessiert frauenfeindliche „Heim und Herd“-Ideologen wie Nagel natürlich nicht.

 

Nagel ist vor allem in der Vernetzungsarbeit tätig. Mittlerweile ist er zu einer der fleißigsten rechtsextremen Autoren Österreichs „aufgestiegen“. Regelmäßig schreibt er für völkische und deutschnationale Blätter wie „Zur Zeit“, „Der Eckart“, „Die Aula“ oder „Blaue Narzisse“. Er versucht dabei, das fundamentalistische katholische Lager und die Deutschnationalen zusammenzubringen. Hinter der A-GDUW steckt eine ekelhafte Vernetzung von Pegida-Anhänger_innen, Abtreibungsgegener_innen (HLI), Männerrechtler_innen, katholischen Fundis von Alfons Adams „Verein Pro Vita“ und der christlich-nationalistischen Gruppe polnischer Student_innen in Wien (Wiedenska Inicjatywa Narodowa) und natürlich Identitären.

Rechtsextremes Gedankengut ist heute wieder gesellschaftsfähig geworden. Neofaschistisches, rassistisches und frauenfeindliches Gedankengut findet Anschluss an die Mitte der Gesellschaft. Auch die FPÖ sieht hier keinen Grund mehr sich zu distanzieren, sollte doch sogar Nationalratsabgeordnete Susanne Winter als Rednerin bei der Demo auftauchen. Genau deshalb muss alles unternommen werden, um Nadelstreifen-Nazis wie Nagel kein Podium für ihre Hetze zu geben! Wir werden die A-GDUW weiter beobachten und neue Aktionen setzen!

 

Facebookseite der A-GDUW:

hxxps://www.facebook.com/gegendekadenzundwerteverfall

Quelle: https://linksunten.indymedia.org/en/node/144441