Vor ungefähr einem halben Jahr haben wir das SUB in der Müllner Hauptstraße für die Allgemeinheit geöffnet. Seitdem ist viel passiert und wir wollen wagen darüber öffentlich zu reden. Zeit also für einen Rückblick.
Bereits im Frühjahr hatten sich einige Leute zusammengetan um über die Möglichkeit nachzudenken, Räumlichkeiten in Salzburg anzumieten. Der Gedanke dahinter war, es uns und allen Interessierten zu ermöglichen politisch autonom tätig zu werden. Zusätzlich sollte dieser Raum auch als sozialer Treffpunkt nutzbar sein und für Veranstaltungen unkompliziert zur Verfügung stehen.
Zur Finanzierung dieses Vorhabens wurde verschiedenen öffentlichen Stellen, alle zuständig für die Förderung junger, sozialer oder kultureller Projekte, ein Konzept mit der Bitte um eine anfägliche Subvention vorgelegt. Das Resultat dieser intensiven Bemühungen sah überall ähnlich aus. Die Idee wurde allgemein positiv aufgenommen, aber tatsächlich unterstützen wollte uns niemand. Die einzige Ausnahme hierbei bildete das MARK.freizeit.kultur, mit dessen Hilfe wir eine erste Veranstaltung auf die Beine stellen konnten und somit zu unserem Startbudget kamen.
Im März 2010 besichtigten wir spontan das ehmalige Lokal der Hosi am Müllner Hügel. Uns gefielen die Räume auf Anhieb sehr gut, also mieteten wir sie an. Der gut 600 Jahre alte Gewölberaum wurde bis Ende Mai hergerichtet und gestaltet.
Am 5. Juni fand das Eröffnungsfest statt. Der zahlreiche Besuch und das große Interesse machten uns zuversichtlich. Gute Stimmung, gutes Essen, und der Raum stand dannach noch. Es wurde beschlossen die Strukturen möglichst informell zu halten, sich nur einmal im Monat zu einem offenen Vereinsabend zu treffen. Der Zugang zum SUB-Kollektiv sollte möglichst niederschwellig bleiben und von Anfang an die Bildung einer ausschließenden Gruppendynamik erschweren. Anfallende Arbeiten sollten eigenverantwortlich, von möglichst vielen Menschen wahrgenommen werden ‘können’. Formale Aufgabenverteilung fand nur minimal statt.
Von Anfang an gab es das wöchentliche Baisl am Freitag, unser Spagat zwischen sozialem Treffpunkt ohne Konsumzwang einerseits und notwendiger Einnahmequelle andererseits. Nach den ersten paar Wochen wurde beschlossen, auf fixe Getränkepreise zu verzichten und ein Pay-as-you-like Konzept einzuführen. Dies geschah ohne große Ankündigung und funktioniert seitdem problemlos.
Regelmäßige Film-Abende, das Dokumentarfilmprojekt KINOKI, kleinere Veranstaltungen und verschiedene Vorträge, zum Beispiel über die rechtsradikale Musikszene, sorgten im letzten halben Jahr dafür, dass im SUB fast immer etwas los war. Ausgelastet sind die Räumlichkeiten allerdings noch nicht. Also sagt uns bescheid wenn ihr Raum für eure Projekte, Treffen oder was auch immer braucht.
Mitte September bekamen wir, nicht ganz unerwartet, ein Problem. Nazis und ihr gewaltbegeistertes Umfeld wurden auf uns aufmerksam. Nachdem es zum ersten körperlichen Angriff auf Nutzer_innen des SUB gekommen war, traten wir damit im Dezember an die Öffentlichkeit. Seitdem war es ruhig.
Sehr positiv haben wir während dieser Zeit das solidarische Verhalten vieler verschiedener Leute erlebt. Zu sehen, dass man nicht allein ist wenn die rechten Schlägertrupps auftauchen, gab uns Kraft weiterzumachen.
Was wünschen wir uns für die Zukunft?
Derzeit sieht es so aus als würde das SUB mit Juni/August seine Türe schließen, da sich fast die gesamte aktive Crew mit Sommer über den Globus verstreuen wird. Das würde Bedeuten, dass ein gerade neu aufgebauter selbstverwalteter Raum eingeht – nicht aus Geldmangel – sonder weil die Leute fehlen. Wir würden uns sowieso mehr Rotation bei der Übernahme der Verantwortung für den Betrieb unserer gemeinsamen Infrastruktur wünschen, damit nicht immer alles an der selben Handvoll Personen hängen bleibt. Für Interessierte gibt es weiterhin den offenen Vereinsabend jeden ersten Sonntag um 19:00 oder ihr schreibt uns einfach ein Mail!
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