Vor ziemlich genau einem halben Jahr haben wir das SUB in der Müllner Hauptstraße eröffnet. Durch dieses kleine soziale Zentrum gibt es seitdem in Salzburg einen Raum mehr in dem Respekt und Toleranz das Fundament des Zusammenlebens bilden. Das SUB ist ein Ort an dem Selbstverantwortung angesagt ist und bietet als Beisl eine der wenigen Alternativen zu den konsumorientierten Lokalmeilen.

Seit einigen Wochen haben wir es nun mit Problem-Nazis und ihrem gewaltbegeisterten Umfeld zu tun. Nicht, dass uns das überrascht hätte. In den letzten Jahren kam es in Salzburg mehrmals zu Angriffen auf Organisationen die auf der Abschussliste verschiedener rechter Zusammenhänge stehen. Dennoch, die aktuelle Intensität der Angriffe stellt uns vor ein Problem: Wir wollen ein einladender Raum sein, keine vergitterte Festung. Daher wollen wir zu diesem Thema nicht länger schweigen und machen die Ereignisse hiermit öffentlich.

Wir erwarten nach wie vor Übergriffe und rufen daher auf, uns auch durch Anwesenheit bei Veranstaltungen zu unterstützen. Das SUB wird weiterhin, so gut es geht, deeskalierend auftreten. Wir hoffen auf das Verständnis und die Solidarität von Menschen aus der Nachbarschaft, der Stadt und überhaupt Überall. Wer sich finanziell an den Kosten für die Reparatur unserer Tür beteiligen will findet unter „Kontakt“ unsere Kontodaten.

Es grüßen Euch
einige SUBotniks

Chronologie einer Eskalation

18. September
Im Anschluss an den Autofreien Tag in Mülln findet im SUB eine Veranstaltung statt. Am späten Abend tauchen vier Männer auf und beginnen die am Gehsteig stehenden Gäste anzupöbeln und zu beschimpfen. Da die Gruppe offensichtlich auf Gewalt aus ist ziehen sich die Leute ins Vereinslokal zurück und verschließen die Türe. Daraufhin fliegt ein gutes Dutzend der draußen herumstehenden Flaschen gegen die Außenwand. Die Angreifer klauen ein Rad und verschwinden.

1. Oktober
Neonazis betreten während dem wöchentlichen Beislabend das Lokal um mit den anwesenden Vereinsmitgliedern eine Diskussion zu starten. Im Laufe des Gesprächs kommt es zu rassistischen, roma-feindlichen und antisemitischen Aussagen. Die Besucher werden aufgefordert das Lokal zu verlassen und gehen.

22. Oktober
Nach dem Besuch eines benachbarten Lokals betreten die Nazis erneut das SUB um ein Gespräch zu beginnen. Nach mehrmaligen Aufforderungen ziehen sie weiter.

29. Oktober
Wieder Besuch aus der Nazi-Ecke. Wie immer wird den ungebetenen Gästen der Weg zur Tür gewiesen. In darauf folgenden Gesprächen am Gehsteig wird einem Vereinsmitlied mit Gewalt gedroht und ein anderes davor gewarnt sich die nächsten “zwei bis drei Monate” im SUB aufzuhalten. Zitat: “In Mülln gibt es keinen Platz für linkes Pack.”

13. November
Während einer geschlossenen Veranstaltung tauchen drei vermummte Männer auf. Die verschlossene Eingangstüre wird eingetreten und die Türläden beschädigt. Mit Mühe gelingt es die Tür geschlossen zu halten. Nachdem einer der Angreifer von anwesenden Gästen identifiziert wurde, ziehen diese ab. Die Veranstaltung wird abgebrochen da befürchtet wird, dass die Angreifer erneut kommen könnten.

19. November
Erneute Auseinandersetzung an der Eingangstür. Neben den bereits bekannten Gesichtern sind diesmal auch ein paar glatzköpfige Schläger und eine Frau dabei. Die Situation spitzt sich zu als die Frau versucht ins Lokal einzudringen um jemanden daran zu hindern sie zu fotografieren. Im Handgemenge wird eine Person leicht am Kopf verletzt. Die Gruppe zieht in Richtung Innenstadt ab.

27. November
Sieben bis dahin unbekannte Männer wollen während dem wöchentlichen Beisl das SUB betreten um, wie üblich, “nur ein Bier” zu trinken. Ihnen wird auf Grund der Erfahrungen der letzten Wochen konsequent der Zugang verwehrt. Daraufhin wird von einem der Männer eine Bierflasche in den Eingang geworfen. Nachdem die Türe geschlossen wurde ziehen sich die Angreifer vorerst zurück. Als Vereinsmitglieder die Scherben vor der Tür beseitigen kehren sie zurück und greifen an. Durch das entschlossene Vorgehen der anwesenden Besucher_innen kann die Situation schnell geklärt werden. Kurz darauf treffen Rettung und Polizei ein. Es gibt 2 Verletzte und einige Perlustrierungen.