WKRlern ins Glas spucken

Am 27. Januar 2012, dem Jahrestag der Auschwitzbefreiung, findet der Ball des Wiener Korporationsrings (WKR) statt. Dort treffen sich jedoch nicht nur ein paar Burschenschafter in Frack, Schärpe und Schmiss. Vielmehr ist das Treffen in der Wiener Hofburg, dem Sitz des österreichischen Bundespräsidenten, ein Stelldichein der alten und neuen Rechten Europas.

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Im veranstaltenden WKR sind 21 Studentenverbindungen organisiert, die sich politisch in einem Spektrum zwischen national-freiheitlich und völkisch-deutschnational bewegen. Federführend ist hier zum Beispiel die Wiener Burschenschaft Olympia, die bei einer Tagung in Eisenach “die Unterwanderung des deutschen Volkes durch Angehörige von fremden Völkern” befürchtete und immer wieder durch Gäste wie den Holocaustleugner David Irving oder den NPD-Barden Frank Rennicke auffällt.

Komplettiert wird das illustre Treffen beim WKR-Ball von Delegationen diverser Rechtspopulisten wie Pro Köln, der Schweizer Volkspartei, Front National (Frankreich) und Vlaams Belang (Belgien). In Österreich, in der die FPÖ mit Parolen wie “Asylbetrug heißt Heimatflug” einen Wahlerfolg von 26% einstreichen konnte, wundert es nicht, dass die bisherigen Proteste und Gegendemonstration unter fadenscheinigen Begründungen verboten und kriminalisiert wurden.

Um das Treffen der Freund_innen reaktionärer Krisenlösungsmodelle nicht unbeantwortet zu lassen, laden wir euch ein, euch selbst auf die Party einzuladen und den Gästen des WKR-Balls gehörig ins Sektglas zu spucken!

Gegen reaktionäre Ideologien – ob in Deutschland, Österreich oder anderswo!

Kostenfreier Bus nach Wien und zurück:

Abfahrt: 12.00 Busterminal Paris-Lodron-Straße
Anmeldung: bus-to-vienna@gmx.net

Protestbrief gegen das FPÖ-Neujahrstreffen in Salzburg

An:
Henrik Häcker (Geschäftsführer des Messezentrum Salzburg)
Petra Pienert (Leiterin Gastveranstaltungen)
Heinz Schaden (Aufsichtsratsvorsitzender; Bürgermeister der Stadt Salzburg)

Sehr geehrte Damen und Herren,

wie wir erfahren haben, findet am 21.01.2012 das Neujahrstreffen der Freiheitlichen Partei in der Salzburgarena statt.

Wir, die unterzeichnenden protestieren auf das Entschiedenste gegen die Abhaltung dieser Veranstaltung! Das Neujahrstreffen ist eine der wichtigsten Veranstaltungen für die FPÖ. In den vergangenen Jahren kam es immer zu rassistischen, antisemitischen, frauenverachtenden Aussagen und solchen, die nur knapp am Verbotsgesetz vorbeischrammten. Die braunen „Ausrutscher“ von Strache & Co. sind in dieser Partei längst alltäglich. Auch 2011 fielen FPÖlerInnen mit derartiger Rhetorik auf. Sei es der Vergleich von Abtreibung mit dem Massenmord durch den norwegischen Neonazi Anders Breivik im vergangenen Juli (NRAbg. Werner Königshofer), Kontakte von Mitarbeitern in die militante Neonaziszene und zu einschlägig-rechtsextremen Versandhäusern (NR-Präsident Martin Graf), bis hin zu einer Parlamentsrede, in der Menschen, die vor dem NS-Regime flüchten mussten indirekt als „Drückberger“ bezeichnet wurden (NRAbg. Herbert Kickl).

Die Neujahrstreffen dienen der FPÖ zum „einpeitschen“ ihrer FunktionärInnen auf die Politik des kommenden Jahres. Auf der Tagesordnung steht nicht zuletzt menschenverachtende rassistische Hetze. Auch Spitzen des europäischen Rechtsextremismus waren in der Vergangenheit bei diesen Treffen Gäste (etwa Filip Dewinter vom belgischen Vlaams Belang). Menschen werden auf Grund ihrer Herkunft, Hautfarbe, Religion, sexueller Orientierung diskriminiert und angegriffen. Beim Neujahrstreffen 2011 behauptete Strache, die „nachsichtige Ausländerpolitik“ wäre Grund für den Tod eines 3-Jährige. Daraufhin wurde aus dem Publikum die Todesstrafe für den aus Serbien stammenden Täter gefordert.

2009 kam es anlässlich einer FPÖ-Hetzveranstaltung zu gewalttätigen Übergriffen von FPÖ-AnhängerInnen auf friedlichen GegendemonstrantInnen. Auch die Ereignisse in der Nacht von 17. auf 18. Dezember 2011, bei denen ein 40jähriger auf einer Weihnachtsfeier von Straches Bodyguard krankenhausreif geprügelt wurde, zeigen, wie die FPÖ und ihre AnhängerInnen in brutaler Art und Weise gegen KritikerInnen vorgehen.
Geben Sie der rassistischen Hetze keinen Raum! Der Ruf Ihres Hauses würde darunter leiden, wenn es als Raum für Rassismus und Hassreden genützt werden würde. Wir fordern Sie daher auf der FPÖ die Türe zu weisen und die Veranstaltung am 21. Jänner 2012 abzusagen!

Seien Sie versichert, dass, wenn das Neujahrstreffen trotz allem stattfinden sollte, es mit Sicherheit zu entschiedenen, friedlichen und lautstarken Protestaktionen kommen wird.

Aufruf zur antifaschistischen Demonstration gegen das FPÖ-Neujahrstreffen am 21. Jänner 2012 in Salzburg

 

Neuer Fixtermin: Donner&Kafé

Das SUB-Kollektiv wächst weiter und hat sich entschieden, zusätzlich zum B.a.i.s.l. jeden Freitag, den Freiraum des SUBs an einem weiteren Wochentag zu nützen.

Ab jetzt wird das SUB auch an jedem Donnerstag ab 18:00 offen sein.

Das Donner&Kafé ist nicht primär als Alternative zur kommerziellen Fortgehkultur in Salzburg gedacht, sondern wird vor allem als produktiver Programm-Abend genützt werden. Dieser Abend unterscheidet sich vom Freitagsbaisl dadurch, dass der Fokus auf einem politischen und kulturellem Austausch liegt, anstatt auf einem gemütlichen Beisammensein.

Salzburg ist eine Stadt, die viel lieber ein neues 5* Hotel baut als ein neues Jugendzentrum, die viel lieber ein neues Stadion subventioniert als mehr Parks und Sportplätze für alle baut, die viel lieber die Stadt in ein Tourismusparadies verwandelt als in eine Stadt für Familie, Jugendliche, MigrantInnen etc., die viel lieber subversive Räume wie das SUB angreift aber alle Buden und Burschenschaften in Ruhe lässt. In so einer Stadt ist es umso wichtiger eine Möglichkeit zu bieten, bei der mensch sich abseits des kapitalistisch-geprägten Alltag informieren, solidarisieren, gegenseitig unterstützen, und gemeinsam planen kann.

In Europa ist momentan viel an Veränderung zu sehen, von den besetzten Plätzen in Spanien und den besetzten Unis in Großbritannien bis zu der Revolution in Griechenland, die in anarchistischen Vierteln wie Exarchia beginnt, die Welt ist im Umschwung. Jetzt ist der Moment, dass Menschen in Österreich nicht einfach zusehen und darüber in der Zeitung lesen, sondern die Geschehnisse diskutieren, verstehen versuchen und vielleicht auch eine bessere Welt in ihrem Umfeld schaffen. Das SUB bietet den Ort, Ihr kreiert den Tag!

Donner&Kafé wird Raum und Zeit für Vorträge, Filme, Texte verfassen/lesen, Transpis malen, Diskussionen usw. bieten. Dieser Tag kann durch Dich und deine FreundInnen für diese und weitere Ideen und Aktionen genützt werden, also kommt vorbei und organisiert euch!

 

Klarstellung zur aktuellen Situation

Als BetreiberInnen des Kulturzentrums SUB in der Müllnerhauptraße wenden wir uns aufgrund der Ereignisse der letzten Monate hiermit wieder an die Öffentlichkeit. Wie ihr wahrscheinlich schon der Berichterstattung verschiedener Medien entnommen habt, ist unsere Einrichtung und die Menschen die sie nutzen wiederholt zum Ziel gewalttätiger Attacken aus dem rechten Millieu geworden. Als ob das nicht schon Ärger genug wäre, äußern nun einige Müllner Gewerbetreibende in den “Stadt Nachrichten” massive Kritik an uns. Der Artikel unter dem Titel “Das SUB macht Probleme” suggeriert, zusammenfassend gesagt, dass die Schuld an den Vorfällen bei uns liegen würde. Ein Vorwurf der uns sehr erschüttert und der keinesfalls unkommentiert bleiben darf. Mit dieser Erklärung wollen wir daher näher auf die Ursachen des Konflikts eingehen.

Für uns besteht das Problem mit (Neo)Nazis nicht vordergründig in Form einer Handvoll kahlköpfiger Schläger. Diese sind nur ein Symptom des gesellschaftlichen Rechtsrucks dem wir uns offen und aktiv entgegenstellen, da er nicht nur für uns eine zunehmende Bedrohung darstellt. Als viel erschreckender erleben wir die allgegenwärtige Kultur des Wegschauens und Ignorierens. Rechtsextreme Entwicklungen werden auch in Salzburg zunehmend geleugnet, relativiert oder stillschweigend hingenommen.

Wenig überraschend, aber bezeichnend war die Reaktion der Polizei auf unsere wiederholten Anzeigen wegen Körperverletzung, Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung in unserem Vereinslokal: Obwohl die Täter zum Teil namentlich bekannt sind, wird bis heute nicht gegen sie vorgegangen. Im Gegenteil, durch einen Mitarbeiter des Landesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (LVT) wurde uns ausgerichtet, dass es auch von unserer Seite zu keinen Provokationen kommen soll. Von einer Exekutive die seit Jahren dem Aufbau rechtsradikaler Strukturen in Österreich mehr oder minder tatenlos zusieht haben wir nichts anderes erwartet. Uwe Sailer, ehem. Datenforensiker für das LVT, spricht in einem kürzlich erschienenen Interview davon, “dass es bei der Polizei Leute gibt, die sympathisierende Kontakte zu neonazistischem Gedankengut haben … Rechte ermitteln gegen Rechte.”
Sogar Innenministerin Maria Fekter stellte bei einem skrupellosen Angriff auf Überlebende des Holocausts in Ebensee fest, es seien die “gegenseitigen Provokationen” gewesen, die die Neonazis dazu geleitet hätten einen Überfall auf die Anwesenden durchzuführen. Dass der Leiter des LVT Salzburg hinter den Angriffen auf uns nur “alkoholisierte, ausländerfeindliche und durchaus gewaltbereite Hooligans” feststellen wird passt schlüssig in den allgemeinen Umgang offizieller Stellen mit rechten Umtrieben.

Betroffen gemacht hat uns die bisher einzige öffentliche Reaktion in unserer Nachbarschaft. Der polizeilichen Logik folgend kritisieren die VerfasserInnen unseren Verein. Anstatt die Angriffe rechter Schläger zu thematisieren, wird unser Verein als Grund für die Probleme dargestellt, weil wir diese Vorgänge öffentlich machen. Das Problem soll demnach erst bestehen seit es das SUB gibt. Vergessen sind also bereits die gewalttätigen Angriffe derselben “Hooligans” auf eine friedliche Demonstration gegen eine Veranstaltung der FPÖ im Müllner Bräu vor drei Jahren. Erst vor kurzem ließ sogar die Stadt Innsbruck ein Fussballspiel gegen Austria Salzburg aufgrund des enormen Gewaltpotentials mancher lokaler Fangruppierungen verbieten. Die Gewalt die von diesem Personenkreis ausgeht ist offenbar für manche nicht mehr der Rede wert, wenn sie sich gegen antifaschistische Strukturen und Personen richtet.

Wiederholt wurde uns von den Angreifern vorgeworfen hinter den Protesten gegen FPÖ Veranstaltungen zu stecken, was in einer demokratisch verfassten Gesellschaft, sofern sie eine sein soll, legitim ist. Beim letzten Übergriff wurden darüber hinaus gezielt antifaschistische Poster von unseren Wänden gerissen und Drohungen gegen einen bekannten antirassistischen Blog ausgesprochen, unterstrichen mit einem Faustschlag ins Gesicht eines Vereinsmitglieds und “Sieg-Heil”-Rufen. Wie das alles nichts mit rechtsextremen Tendenzen zu tun haben soll, können wir uns beim besten Willen nicht erklären.

Die mediale Inszenierung eines Konflikts unter Jugendlichen entspricht nicht unserer Wahrnehmung der Situation. Wir sehen uns auch nicht in einer Opferrolle sondern stehen offen zu unserem aktiven politischen Engagement. Das “Müllner Stüberl” als Nazi-Treffpunkt darzustellen war aber nicht unsere Intention, sondern die unglückliche Schlussfolgerung der Presse. Tatsache ist leider, dass die Angreifer zum Wiederholten Male im Vorfeld von Auseinandersetzungen dort gesehen wurden und sich auch mehrmals dorthin zurückgezogen haben.

Die Angst vor Übergriffen hat dazu geführt, dass wir unseren Raum nicht mehr so offen gestalten können, wie wir es gerne tun würden. Durch die Vorwürfe benachbarter Betriebe werden die Angreifer sich in ihrem Handeln bestätigt fühlen. Wir haben kein Interesse an einem medial geschürten Konflikt der uns die Schuld an den Ereignissen zuschiebt und vor Allem das wahre Problem verdeckt. Viel eher wollen wir einen offenen Dialog der die Hintergründe der aktuellen Entwicklung nicht aus den Augen verliert.

Wie in den vergangenen Monaten lassen wir uns auch weiterhin nicht einschüchtern und freuen uns daher über die Ankündigung einer Demonstration gegen rechte Gewalt. Diese wird am 9. April um 15:00 beim Platzl (Anfang Linzergasse) starten und über den Müllner Hügel zum Bahnhof führen. Wir werden an diesem Tag gemeinsam mit vielen solidarischen Menschen ein Zeichen für eine Kultur des aktiven Hinschauens setzen!

Grüße aus dem SUB

Enough is Enough! Demo gegen rechte Gewalt!

9.4.11 // 15.00 // Platzl (anfang Linzergasse) // Salzburg

Demoaufruf der antifa|s:

Als im Jänner 2011 Unbekannte drei zum Gedenken an von den Nazis im KZ ermordete jüdische Familie Neuwirth in der Arenbergstraße verlegte Stolpersteine ausgruben, stahlen und das entstandene Loch mit Beton ausgossen, meinte Burghard Vouk, Leiter des Landesamtes für Verfassungsschutz, dass neben “einer politischen Motivation” auch ein “reiner Messingdiebstahl denkbar wäre”. Denn “eine besonders aktive rechtsradikale Szene gebe es in Salzburg derzeit jedenfalls nicht”.

Dabei ist Messingdiebstahl als Motiv absolut unwahrscheinlich. Die Stolpersteine sind nur mit einer dünnen Schicht Messing überzogen, dafür würde kein vernünftiger Dieb und keine vernünftige Diebin sich die Mühe machen, die Steine mühsam zu entfernen und dann noch die Stelle zuzubetonieren.

Diese Episode aus der jüngsten Salzburger Geschichte verdeutlicht vor allem eines: die anständige Mitte der Gesellschaft will die Probleme mit den extrem Rechten nicht sehen. Selbst wenn sie mit der Nase in der braunen Scheiße steckt, will sie, wenn man sie danach fragt, nichts gerochen haben.

‘Enough is Enough! Demo gegen rechte Gewalt!’ weiterlesen

Erneuter Neonazi-Übergriff

Am Samstag, dem 19.2. kam es erneut zu einer Attacke von Neonazis und Hooligans auf das selbstverwaltete Sozial- und Kulturzentrum SUB in der Müllnerhauptstraße. Dies stellt nun den ersten Übergriff seit 3 Monaten dar. (Chronik der Ereignisse: http://subsalzburg.blogsport.eu/2010/12/02/wir-haben-ein-problem/)

Um ca. 23 Uhr versuchten mehrere Personen die versperrte Tür des SUB einzutreten, was ihnen nach kurzer Zeit auch gelang. Zu diesem Zeitpunkt befand sich nur ein SUB-Vereinsmitglied in den Räumlichkeiten. Nach gewaltsamer Öffnung der Tür stürmten 3 Personen, 2 davon vermummt, ins Innere, rissen antifaschistische Poster von der Wand und attackierten das Vereinsmitglied mit einem Schlag ins Gesicht. Die Schläger wurden aber schnell von ihrem vermeintlichen Anführer zurückgepfiffen. Dieser drohte dem Vereinsmitglied mit einem großangelegten Angriff, sollte noch einmal im Internet über die Neonaziübergriffe berichtet werden. Ein Augenzeuge berichtete von weiteren 15-20 Neonazis vor dem SUB, welche pyrotechnische Gegenstände unter Autos warfen und mit “Sieg Heil!” grüßten.

Bitte verbreiten sie diese Information. Das SUB erwartet nun weitere Übergriffe und hofft auf breite Unterstützung aus der Bevölkerung.

Kein Platz für Nazis und deren Ideen. Niemals, nirgendwo!

Autofreier Tag – Jetzt und sofort!

Als autonom-kultureller Teil des Müllner Stadtbildes zeigen wir, das autonome Sozial- und Kulturzentrum SUB, uns mit jeglicher Art der Stadtteilbelebung solidarisch, solange sie nicht in irgendeiner Form unseren gemeinschaftlichen Grundsätzen widerspricht. Die Forderung des Müllner Stadtteilvereins nach einem autofreien Tag pro Monat im Bereich Klausentor – Gaswerkgasse (Müllnerhauptstraße) unterstützen wir nicht nur, sondern sehen wir als notwendig und sinnvoll an. Der autofreie Tag im Herbst 2010 war wohl für jung und alt ein einmaliges Erlebnis: Der alltägliche Lärm und Abgasgestank in der Müllnerhauptstraße wandelte sich plötzlich in ein fröhliches Miteinander mit Musik, Volxküche, Seifenkisten und viel Spaß. Wobei wir auch einfordern, dass das ganze Projekt nicht zu einem Kauf-und Kommerzhappening am Müllnerhügel mutiert, sondern nachbarschaftliche Strukturen stärkt und langfristig soldiarisches Miteinander ermöglicht und fördert.

Dass Spaßbremse Schaden sich natürlich gleich von Anfang an kategorisch gegen dieses Projekt stellt macht aufs neue seine nicht vorhandene Kompromissbereitschaft sichtbar. Eigentlich sollte es ein begeisterter Radfahrer ja besser wissen – eine Begründung für seine sofortige Ablehnung des Projektes blieb er bis jetzt noch schuldig.
Da bleibt uns nicht mehr viel übrig als zu sagen: Wenn wir die Straße so nicht bekommen, holen wir sie uns.

Sub Jahresrückblick

Vor ungefähr einem halben Jahr haben wir das SUB in der Müllner Hauptstraße für die Allgemeinheit geöffnet. Seitdem ist viel passiert und wir wollen wagen darüber öffentlich zu reden. Zeit also für einen Rückblick.

Bereits im Frühjahr hatten sich einige Leute zusammengetan um über die Möglichkeit nachzudenken, Räumlichkeiten in Salzburg anzumieten. Der Gedanke dahinter war, es uns und allen Interessierten zu ermöglichen politisch autonom tätig zu werden. Zusätzlich sollte dieser Raum auch als sozialer Treffpunkt nutzbar sein und für Veranstaltungen unkompliziert zur Verfügung stehen.
Zur Finanzierung dieses Vorhabens wurde verschiedenen öffentlichen Stellen, alle zuständig für die Förderung junger, sozialer oder kultureller Projekte, ein Konzept mit der Bitte um eine anfägliche Subvention vorgelegt. Das Resultat dieser intensiven Bemühungen sah überall ähnlich aus. Die Idee wurde allgemein positiv aufgenommen, aber tatsächlich unterstützen wollte uns niemand. Die einzige Ausnahme hierbei bildete das MARK.freizeit.kultur, mit dessen Hilfe wir eine erste Veranstaltung auf die Beine stellen konnten und somit zu unserem Startbudget kamen.
Im März 2010 besichtigten wir spontan das ehmalige Lokal der Hosi am Müllner Hügel. Uns gefielen die Räume auf Anhieb sehr gut, also mieteten wir sie an. Der gut 600 Jahre alte Gewölberaum wurde bis Ende Mai hergerichtet und gestaltet.

Am 5. Juni fand das Eröffnungsfest statt. Der zahlreiche Besuch und das große Interesse machten uns zuversichtlich. Gute Stimmung, gutes Essen, und der Raum stand dannach noch. Es wurde beschlossen die Strukturen möglichst informell zu halten, sich nur einmal im Monat zu einem offenen Vereinsabend zu treffen. Der Zugang zum SUB-Kollektiv sollte möglichst niederschwellig bleiben und von Anfang an die Bildung einer ausschließenden Gruppendynamik erschweren. Anfallende Arbeiten sollten eigenverantwortlich, von möglichst vielen Menschen wahrgenommen werden ‘können’. Formale Aufgabenverteilung fand nur minimal statt.

Von Anfang an gab es das wöchentliche Baisl am Freitag, unser Spagat zwischen sozialem Treffpunkt ohne Konsumzwang einerseits und notwendiger Einnahmequelle andererseits. Nach den ersten paar Wochen wurde beschlossen, auf fixe Getränkepreise zu verzichten und ein Pay-as-you-like Konzept einzuführen. Dies geschah ohne große Ankündigung und funktioniert seitdem problemlos.

Regelmäßige Film-Abende, das Dokumentarfilmprojekt KINOKI, kleinere Veranstaltungen und verschiedene Vorträge, zum Beispiel über die rechtsradikale Musikszene, sorgten im letzten halben Jahr dafür, dass im SUB fast immer etwas los war. Ausgelastet sind die Räumlichkeiten allerdings noch nicht. Also sagt uns bescheid wenn ihr Raum für eure Projekte, Treffen oder was auch immer braucht.

Mitte September bekamen wir, nicht ganz unerwartet, ein Problem. Nazis und ihr gewaltbegeistertes Umfeld wurden auf uns aufmerksam. Nachdem es zum ersten körperlichen Angriff auf Nutzer_innen des SUB gekommen war, traten wir damit im Dezember an die Öffentlichkeit. Seitdem war es ruhig.
Sehr positiv haben wir während dieser Zeit das solidarische Verhalten vieler verschiedener Leute erlebt. Zu sehen, dass man nicht allein ist wenn die rechten Schlägertrupps auftauchen, gab uns Kraft weiterzumachen.

Was wünschen wir uns für die Zukunft?

Derzeit sieht es so aus als würde das SUB mit Juni/August seine Türe schließen, da sich fast die gesamte aktive Crew mit Sommer über den Globus verstreuen wird. Das würde Bedeuten, dass ein gerade neu aufgebauter selbstverwalteter Raum eingeht – nicht aus Geldmangel – sonder weil die Leute fehlen. Wir würden uns sowieso mehr Rotation bei der Übernahme der Verantwortung für den Betrieb unserer gemeinsamen Infrastruktur wünschen, damit nicht immer alles an der selben Handvoll Personen hängen bleibt. Für Interessierte gibt es weiterhin den offenen Vereinsabend jeden ersten Sonntag um 19:00 oder ihr schreibt uns einfach ein Mail!

Wir haben ein Problem…

Vor ziemlich genau einem halben Jahr haben wir das SUB in der Müllner Hauptstraße eröffnet. Durch dieses kleine soziale Zentrum gibt es seitdem in Salzburg einen Raum mehr in dem Respekt und Toleranz das Fundament des Zusammenlebens bilden. Das SUB ist ein Ort an dem Selbstverantwortung angesagt ist und bietet als Beisl eine der wenigen Alternativen zu den konsumorientierten Lokalmeilen.

Seit einigen Wochen haben wir es nun mit Problem-Nazis und ihrem gewaltbegeisterten Umfeld zu tun. Nicht, dass uns das überrascht hätte. In den letzten Jahren kam es in Salzburg mehrmals zu Angriffen auf Organisationen die auf der Abschussliste verschiedener rechter Zusammenhänge stehen. Dennoch, die aktuelle Intensität der Angriffe stellt uns vor ein Problem: Wir wollen ein einladender Raum sein, keine vergitterte Festung. Daher wollen wir zu diesem Thema nicht länger schweigen und machen die Ereignisse hiermit öffentlich.

Wir erwarten nach wie vor Übergriffe und rufen daher auf, uns auch durch Anwesenheit bei Veranstaltungen zu unterstützen. Das SUB wird weiterhin, so gut es geht, deeskalierend auftreten. Wir hoffen auf das Verständnis und die Solidarität von Menschen aus der Nachbarschaft, der Stadt und überhaupt Überall. Wer sich finanziell an den Kosten für die Reparatur unserer Tür beteiligen will findet unter “Kontakt” unsere Kontodaten.

Es grüßen Euch
einige SUBotniks

Chronologie einer Eskalation

18. September
Im Anschluss an den Autofreien Tag in Mülln findet im SUB eine Veranstaltung statt. Am späten Abend tauchen vier Männer auf und beginnen die am Gehsteig stehenden Gäste anzupöbeln und zu beschimpfen. Da die Gruppe offensichtlich auf Gewalt aus ist ziehen sich die Leute ins Vereinslokal zurück und verschließen die Türe. Daraufhin fliegt ein gutes Dutzend der draußen herumstehenden Flaschen gegen die Außenwand. Die Angreifer klauen ein Rad und verschwinden.

1. Oktober
Neonazis betreten während dem wöchentlichen Beislabend das Lokal um mit den anwesenden Vereinsmitgliedern eine Diskussion zu starten. Im Laufe des Gesprächs kommt es zu rassistischen, roma-feindlichen und antisemitischen Aussagen. Die Besucher werden aufgefordert das Lokal zu verlassen und gehen.

22. Oktober
Nach dem Besuch eines benachbarten Lokals betreten die Nazis erneut das SUB um ein Gespräch zu beginnen. Nach mehrmaligen Aufforderungen ziehen sie weiter.

29. Oktober
Wieder Besuch aus der Nazi-Ecke. Wie immer wird den ungebetenen Gästen der Weg zur Tür gewiesen. In darauf folgenden Gesprächen am Gehsteig wird einem Vereinsmitlied mit Gewalt gedroht und ein anderes davor gewarnt sich die nächsten “zwei bis drei Monate” im SUB aufzuhalten. Zitat: “In Mülln gibt es keinen Platz für linkes Pack.”

13. November
Während einer geschlossenen Veranstaltung tauchen drei vermummte Männer auf. Die verschlossene Eingangstüre wird eingetreten und die Türläden beschädigt. Mit Mühe gelingt es die Tür geschlossen zu halten. Nachdem einer der Angreifer von anwesenden Gästen identifiziert wurde, ziehen diese ab. Die Veranstaltung wird abgebrochen da befürchtet wird, dass die Angreifer erneut kommen könnten.

19. November
Erneute Auseinandersetzung an der Eingangstür. Neben den bereits bekannten Gesichtern sind diesmal auch ein paar glatzköpfige Schläger und eine Frau dabei. Die Situation spitzt sich zu als die Frau versucht ins Lokal einzudringen um jemanden daran zu hindern sie zu fotografieren. Im Handgemenge wird eine Person leicht am Kopf verletzt. Die Gruppe zieht in Richtung Innenstadt ab.

27. November
Sieben bis dahin unbekannte Männer wollen während dem wöchentlichen Beisl das SUB betreten um, wie üblich, “nur ein Bier” zu trinken. Ihnen wird auf Grund der Erfahrungen der letzten Wochen konsequent der Zugang verwehrt. Daraufhin wird von einem der Männer eine Bierflasche in den Eingang geworfen. Nachdem die Türe geschlossen wurde ziehen sich die Angreifer vorerst zurück. Als Vereinsmitglieder die Scherben vor der Tür beseitigen kehren sie zurück und greifen an. Durch das entschlossene Vorgehen der anwesenden Besucher_innen kann die Situation schnell geklärt werden. Kurz darauf treffen Rettung und Polizei ein. Es gibt 2 Verletzte und einige Perlustrierungen.



Kontakt:

Sub Salzburg
Müllnerhauptstraße 11b
5020 Salzburg

subsalzburg@riseup.net
(neuer) Pgp

Bankverbindung:
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